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27.11.05

Höhere Fachprüfung Eidg. Dipl. Ausbildungsleiter/in
Neuer Titel für Bildungs-Profis genehmigt
Das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) hat das vom Schweizerischen Verband für Weiterbildung (SVEB), dem Schweizerischen Verband für Betriebsausbildung (SVBA) und der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft der Ausbildungsinstitutionen in Erwachsenenbildung (SAEB) getragene Prüfungsreglement über die neue höhere Fachprüfung per 11. November 2005 genehmigt. Der neue Titel ersetzt den Abschluss als Betriebsausbilder, zu welchem 2006 letztmals eine höhere Fachprüfung durchgeführt wird.

Berufliche Aus- und Weiterbildungen zu leiten ist kein Sonntags-Spaziergang. Ausbildungsleiter/innen dürfen Budget und Bildungsziel nie aus den Augen verlieren. Sie führen und begleiten das Ausbilderteam und die Lerngruppen, setzen aktuelle Bildungstrends um und sichern laufend die Qualität der Bildungsmassnahmen. Ob für eine Firma oder in einer Bildungsinstitution, Ausbildungsleiter/innen sind Manager, Personalleiter, Coachs, Marketingfachleute und natürlich Profis auf ihrem Fachgebiet in einer Person.

Modulare Ausbildung statt klassischer Prüfung

Um geeignete Kandidaten und Kandidatinnen an die höhere Fachprüfung für eidgenössisch diplomierte Ausbildungsleiter/innen heranzuführen, entwickelte die Projektgruppe aus dem Bildungssektor eine modulare Weiterbildung. Diese wird berufsbegleitend absolviert. Überhaupt sollen eidgenössisch diplomierte Ausbildungsleiter/innen nicht nur über theoretische, sondern auch über praktische Fähigkeiten verfügen. Mindestens 2000 Praxisstunden müssen die Ausbildungsprofis nachweisen, um zur Prüfung in Form anspruchsvoller Aufgabenstellungen zugelassen zu werden.

Die modulare Schulung baut auf dem "Ausbilder/in mit eidgenössischem Fachausweis" auf, ehemals als SVEB2 bekannt. Auch dieser Fachausweis wurde vor fünf Jahren neu eingeführt. Drei, respektive fünf Module führen die Ausbilder/innen an die verlangten Fähigkeiten heran, statt einer Prüfung sind Lernzielkontrollen in die Module integriert. Mit der neuen Weiterbildung für Bildungs-Profis wird diese modulare Schulungstechnik auch auf der höheren Ebene fortgesetzt.

Ablösung des Betriebsausbilders

Im Jahr 1995 wurde die höhere Fachprüfung Betriebsausbilder/in reglementiert. In der Schweiz haben rund 380 Ausbildungs-Profis diesen Titel erworben. Die neue höhere Fachprüfung für eidgenössisch diplomierte Ausbildungsleiter/innen löst den Abschluss als Betriebsausbilder ab. Spätestens im Jahr nach der Inkraftsetzung werden zum letzten Mal höhere Fachprüfungen für Betriebsausbilder/innen durchgeführt.

Den eidgenössisch geschützten Titel Ausbildungsleiter/in erwerben diplomierte Betriebsausbildende auf abgekürztem Weg. Sie überspringen die acht Lernmodule und absolvieren direkt das 3-tägige Qualifikationsmodul, welches über die Diplomvergabe entscheidet. Die bisherige Ausbildung zum Betriebsausbilder richtet sich an bereits ausgewiesene Fachleute. Sie ist um einiges kürzer und somit auch kostengünstiger als die neue modulare Ausbildung. Für Bildungs-Profis lohnt sich also die Überlegung, ob dieser Umweg - solange es ihn noch gibt - nicht der direktere Weg zum Ziel ist.

Direkter Weg auch für Praktiker

Ebenfalls auf direktem Weg ins Qualifikationsmodul einsteigen können Praktiker, die sich ihre Kenntnisse auf anderen Bildungswegen angeeignet haben. Vorausgesetzt, sie weisen die obligatorischen 2000 Praxisstunden nach und bestehen die Beurteilung der Gleichwertigkeit. Letztere soll für jedes Modul die bereits früher in Ausbildungen oder in der beruflichen Tätigkeit erworbenen Kompetenzen in Form eines schriftlichen Dossiers nachweisen. Damit werden bereits erbrachte Lernleistungen und Praxiserfahrungen angerechnet. Verfügt eine Person für bestimmte Module über mangelnde Kompetenzen, kann man die einzelnen Schulungseinheiten im Präsenzunterricht besuchen. Das Qualifikationsmodul ist die eigentliche Prüfung. Es beinhaltet komplexe Aufgaben, die nur durch die Vernetzung aller Schulungsbereiche, der Kombination von Ausbildungserfahrung und Fachwissen sowie dem Einsatz von weiteren, für eine Führungsfunktion nötigen Fähigkeiten gelöst werden können.

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